Mona Li Beauty Bay
Wie alles begann

Lidijas Vorgeschichte oder die Mona Li Entstehungsgeschichte:


Nach der Ausbildung war mir schnell klar, wie der Hase in der Friseurbranche läuft:

Die Order von oben, mindestens 1 Produkt pro Kunde zu verkaufen, Herrenhaarschnitte im 15 min Takt, Damenhaarschnitte 30 min, Farbe und Dauerwelle machen Lehrlinge, um parallel andere Kunden bedienen zu können.

Die Lehrlinge sind aufgeteilt und laufen den ganzen Tag wie wild hin und her, die Ausbildung kommt viel zu kurz, trainiert wird nur für die Prüfung. Verkauft werden teure Produkte, doch am Kunden direkt mit abgefüllter billiger Literware gearbeitet - ökologisch oder gesundheitsbewusst ist beides nicht. Durch den Zeitdruck ist ständiger Verzug vorprogrammiert, man lässt die eigenen Pausen verfallen, um aufzuholen und trotzdem meckern die Kunden.

Der Körper wird geschunden und ein sensibles Friseurherz verkümmert. Beide laufen sich im Umsatzrad leer.

Auch deshalb bleibt der Beruf „so jung“ – denn wir „alten“ sind irgendwann einfach kaputt gearbeitet und können auch nicht mehr funktionieren.
Zusätzlich fordert die tägliche Vergiftung durch Chemikalien im Laufe der Jahre ihren Tribut – Atem-, Haut- und Blasenkrebserkrankungen sind in unserem Beruf statistisch gesehen am höchsten.

Hinzu kommen die geradezu unmenschlichen Tariflöhne, die hauptsächlich die Fixkosten, jedoch weiteren Luxus wie Auto oder Urlaub kaum möglich machen. Wussten Sie, dass Friseure sogar zur Versteuerung der Trinkgelder verpflichtet sind? Und auch in dieser Branche bedarf es noch großer Schritte an emanzipatorischer Weiterentwicklung in der Rollenverteilung – die 5% der Führungsebene sind durch männliche Kollegen vertreten, der Umsatz wird jedoch von Frauen erwirtschaftet.

Also mein Fazit : Der Friseurberuf ist mehr als Scheiße. Aber daraus resultierte auch meine Vision:

Einen Ort zu schaffen, wo dieser Beruf mit Sinn gefüllt und gelebt werden kann.

Den Kunden im Fokus zu haben und nicht nur gesund und umweltbewusst, sondern auch kreativ und intensiv arbeiten zu können, weil Qualität, Ehrlichkeit, Aufmerksamkeit und fundierte Aus-und Fortbildungen respektiert und auch honoriert werden. Wo der Kunde sich vom Alltag erholen kann, und der Haarkünstler Liebe in seiner Arbeit spüren und auch davon leben kann.

Also entscheide ich mich, alles anders zu versuchen als die anderen und damit auch für den härtesten aller Wege.

Kurz nach Eröffnung meines Geschäftes 1994 verkaufe ich mein Hab und Gut und ziehe in das Lager im hinteren Bereich der Räume ein. Diese „Zwischenlösung“ dauerte dann 12 Jahre...

Keinen privaten Rückzugsort, 10 Stunden Öffnungszeiten, bis tief in die Nacht Umbauten, Kalkulationen, Programmentwürfe, Organisation, kaum Freizeit und Urlaub. Mein Geschäft wurde mein Zuhause.

Ein kampfvoller Beginn einer Herzensversion.
Meiner eigenen Philosophie des Friseurberufes, der sich in

- Rückblick auf steinige Wege
- Hinblick auf Entstandenes
- Nachsicht, dass man manchmal auf dem Weg zum Guten auch viel Schlechtes ertragen muss
- Voraussicht, wie es in Zukunft noch wachsen wird

voll und ganz gelohnt hat.


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